LOG-BILDER 2018 / 2. Teil

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2. Teil
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14 Tage auf dem Hausboot kurz zusammengefasst

Region: Nouvelle Aquitaine Frankreich –  Fahrwasser: Canal latéral à la Garonne und La BaÏse –  Ziele: Castets en Dorthe, Pommevic und Condom
Reisezeit: 29. September bis 13. Oktober 2018 –  Basis: Buzet sur Baïse

Neracs alte Steinbrücke
Die Highlights

Zurück versetzt ins Mittelalter fühlten wir uns vor allem in „Nérac“, wir hatten fast das Gefühl durch ein bewohntes Museum zu spazieren. Es fällt auf, dass alles dafür getan wird das historische Bild zu erhalten und mit Gefühl saniert wird. Der westliche Teil von Nérac ist belebter und bietet vielseitige Einkaufsmöglichkeiten. Der östliche Teil, nahe der Baïse, besticht durch enge Gassen und die vielen alten Häuser, von denen die meisten bewohnt sind.

Die Fahrwasser

Das Wasser im „Canal latéral à la Garonne“ hat meistens einen dunklen, blaugrünen Farbton und bietet keine Sicht zum Grund. Die durchschnittliche Kanalbreite verursacht kein Problem beim kreuzen. Die BaÏse ist teilweise wesentlich enger und der Platz eingeschränkt, dafür wird das Gefühl mit Naturnähe und etwas Romantik bedient. Vielfach zeigt sich die Farbe des Wassers in einem trüben braungrün. Ich würde nicht empfehlen zu baden oder Fische aus diesen Gewässern zu verzehren.

Vier Musketiere mit Siro
Sehenswert

Dass wir uns in der Region der „vier Musketiere“ bewegen ist vor allem in „Condom“ ersichtlich, denn ihnen zu Ehren wurden vier lebensgrosse Skulpturen geschaffen. Diese stehen direkt bei der „Kathedrale St. Pierre“, die übrigens seit 1840 als historisches Denkmal gilt und wirklich sehenswert ist. Wer ihn kennt liebt ihn, den „Armagnac“, es gibt ein kleines Museum mit einem Laden – ein Genuss für die Sinne. Einen Besuch wert ist auch der Ort „Vianne“ mit der dort ansässigen Schau-Glasbläserei.

Schleuse beim fluten
Die Schleusen

Das angenehme voraus, alle Schleusen werden elektrisch aktiviert. Auf dem „Canal latéral à la Garonne“ mittels einer Drehstange, die in der Mitte über dem Wasser hängt. Das ist praktisch, man muss nicht unbedingt vor und nach der Schleuse anlegen. Das hingegen muss man auf der BaÏse praktisch immer tun, denn die automatische Schleuse wird mittels einer Magnetkarte aktiviert, und die muss am Rand des Schleusenbeckens in den Schlitz des Automaten gesteckt werden.

Altstadtgasse in Condom
Die Nachsaison

Was wir auf dem „Canal latéral à la Garonne“ und „La BaÏse“ als positiv während der Nachsaison empfanden: Sehr wenig Bootsverkehr, entspanntes Manövrieren, immer freie Schleusen und Anlegeplätze, Platz im Restaurant, freundliche Einwohner, zugängliche Sehenswürdigkeiten, um nur einige zu nennen. Der Ausfall von saisonal bedingten Infrastrukturen war minim spürbar. Einzig die gelegentlich eingeschränkten Öffnungszeiten und eine Pizza mit „Restbeständen“ sorgten für leichte Umtriebe.

Eine breite, freundliche Wolke
Das Wetter

Mehrheitlich sonnig bis leicht bewölkt präsentierte sich das Wetter während unserer Anwesenheit – und nicht alle dunklen Wolkenfelder wurden auch inkontinent. Deshalb haben wir lediglich 1-2 Regentage hinnehmen müssen – gut verteilt. Tagsüber wurden die  Temperaturen meistens als warm empfunden, nachts war der Betrieb der Heizung gelegentlich angemessen. Nicht oft konnten plötzlich auftretende Böen dafür sorgen, dass dem Manövrieren wieder mehr Beachtung geschenkt wurde.

Die Natur

An den Flussrändern herrscht im Allgemeinen eine abwechselnd dichte und unterschiedliche Vegetation. Manchmal kann über lange Strecken fast kein Blick auf das Land geworfen werden. Aber an sonnig warmen Tagen spendete das dichte Blätterdach angenehmen Schatten und das angenehme Gefühl „am Schärme zu sein“. Auffällig sind die vielen grossen Platanen, die das Ufer säumen – wer etwas genauer hinsieht kann in den hohen Stämmen unzählige „Gesichter mit Charakter“ entdecken.

Lustig gemustertes Pferd
Die Tiere

Tiere im Besonderen sind uns nicht aufgefallen. Es waren die üblichen „Flussbewohner“ zu sehen, wie Schwäne, unterschiedliche Enten-, Reiher- und Vogelarten – inklusive Eisvögel und Milane. Im trüben Wasser waren, mit ganz wenigen Ausnahmen, keine Fische zu erkennen. Hauptsächlich kreuzten Katzen und Hunde, aber gelegentlich auch Pferde, Esel, Schafe, Hühner, violettrosa Libellen, Wasserläufer, Salamander, ein Biber sowie ein fauler Geissbock den Weg auf dem Wasser und am Ufer.

Moderne Architektur in Valence d'Agen
Bauwerke

Neuere Gebäude sind im Verhältnis zu älteren und alten fast nicht vorhanden, und wenn, dann in modernster Form wie z.B. in Valence-d’Agen. Entlang der ganzen Route stehen nicht wenige sehenswerte, jahrunderte alte sakrale Bauten. Ich freue mich immer wieder darauf, neue Facetten von schönem und aussergewöhnlichem „Kunst-hand-werk“ zu entdecken. Allein schon die Fensterverglasungen, meistens mit traumhaften Farben, sind immer einen Blick (oder auch zwei) Wert.

Stromstationen in Vianne
Service für Boote

Anlegestellen mt Wasser- und/oder Stromanschlüssen sind ausreichend vorhanden – manchmal auch zum kostenlosen Bezug. In „grösseren“ Häfen werden vielfach Gebühren verlangt – auch für die Übernachtung. Positiv war der schnelle Einsatz der Kanalbetreiber bei einer nicht funktionierenden Magnetkarte an der ersten Schleuse. Innerhalb einer Stunde war das Problem gelöst. Platzprobleme waren für uns an Häfen und Anlegeplätzen nie ein Thema.

Siro an Bord
Hund an Bord

Auf der ganzen Reise hat uns „Siro“, ein 9-jähriger „Kerry Blue Terrier“, überall hin begleitet. Egal wo, im Auto, auf dem Boot, an Land, in den Städten oder in Restaurants, es gab nicht das kleinste Problem mit ihm.
Im Gegenteil, nicht wenige Franzosen zeigten viel Interesse an „Siro“ und fragten nach Rasse und Alter.
Wer Hunde mag, dem sei die Mitnahme des eigenen empfohlen, vorausgesetzt der Hund eignet sich dafür und fühlt sich wohl.

Sonnenuntergang beim AKW
Fazit

Die zweiwöchige Hausboot-Reise auf dem „Canal latéral à la Garonne“ und der „BaÏse“ hinterlies im Ganzen ein sehr gutes Gefühl. Die Mischung zwischen schönen Naturerlebnissen, passiver Aktivität beim Boot fahren, dem Entdecken unbekannter Gebäude oder Orte, und natürlich dem schönen Gefühl der Freiheit war toll und erfüllte unsere Erwartungen voll.
Auch wenn wir wieder nicht alles gesehen und erlebt haben, diese Bootsreise ist sehr empfehlenswert.

Die Bilder und Texte dieser Website entstanden auf privater und unabhängiger Initiative.

Formgebung

Peter Hofmann
Bonstetterstrasse 10
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